Die Burgruine Hoher Schwarm

Burgruine "Hoher Schwarm". Stadtburg der Grafen von Schwarzburg, als Wohnturm bzw. Vogtei um 1300 erbaut. Seit Mitte des 16. Jahrhunderts Ruine. Wahrzeichen der Stadt.

Im Jahre 1208 erhielten die Grafen von Schwarzburg als Pfand die bisherige Reichsstadt Saalfeld. Die Turmburg, deren Bezeichnung "Hoher Schwarm" 1593 erstmals nachgewiesen wurde, nutzten die Schwarzburger allerdings kaum als Residenz, hier saßen vielmehr ihre Burgmannen, Mitglieder des niederen Adels, deren Aufgabe es war, in der Region für Recht und Ordnung zu sorgen. Um 1300 erfolgte ein Neubau der Burg, dessen Reste die heutige Burgruine darstellen. Ende des 14. Jahrhunderts wurde Saalfeld an den Markgrafen Friedrich IV. von Meißen verkauft. Die Amtshauptmänner der straff organisierten sächsischen Verwaltung zogen ein. Sie waren die höchsten Angestellten des Verwaltungsbezirkes und zuständig für Militär, Justiz, Finanzen und Güter. 200 Jahre später verlor die Burg ihre Funktion als Wehrbau und der Stadtrat gelangt kurzeitig in den Besitz der ruinösen Burg. Das Dach und die stadtseitige Hälfte wurden abgebaut, um Baumaterial zur ständigen Ausbesserung der Saalebrücke zu gewinnen. Zur Bezeichnung "Hoher Schwarm" erzählt man sich bis heute folgende Legende: Ein Priester ließ eine weiße Taube mit einem silbernen Glöckchen fliegen. Sie sollte durch die Wahl ihres Ruhesitzes den künftigen Standort der Burg bestimmen. Die Taube ließ sich auf einer Eiche am Saaleufer nieder. Als der mächtige Baum gefällt wurde, flog aus seinem Stamm ein Bienenschwarm hoch in die Lüfte. So soll der Name "Hoher Schwarm" entstanden sein. Seit dem 16. Jahrhundert ist das Gebäude Ruine. Ein als Sandsteinplastik ausgebauter Informationspunkt im Heckengarten des Hohen Schwarms vermittelt weitere Informationen zum Standort des Bauwerkes.
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