Das Residenzschloss

Residenzschloss. 1677-1720 als Schloss der Herzöge von Sachsen-Saalfeld auf dem Gelände der früheren ottonischen Königspfalz des 10. Jahrhunderts und eines späteren Benediktinerklosters erbaut. Dreiflügelanlage mit reich ausgestatteter Barockkapelle im Nordflügel. Heute Sitz des Landratsamtes Saalfeld-Rudolstadt.

Im Jahre 1071 wurde am Standort des heutigen Schlosses ein Benediktinerkloster errichtet. Die Wettiner erwarben das Kloster 1536 und richteten hier die kurfürstlich-sächsische Amtsverwaltung ein. Bereits 1700 erwähnt eine Chronik den barocken Lustgarten. Eine Besonderheit im 19. Jahrhundert bestand darin, dass der Schlossgarten "jedermann zum Lustwandeln offen stand". In einem Reiseführer heißt es:
"Der Schlossgarten steht jedermann zum Lustwandeln offen und stellt eine Zierde der Stadt dar, die hohen, dicht belaubten Wände seiner langen Alleen, das Kastanienwäldchen in der Mitte des Gartens, der Orangerie- und Blumengarten, die Orangeriehäuser mit ihren Citronen-, Pomeranzen-, Lorbeer- und Caffeebäumen, der Ceder vom Libanon und einer Sammlung tropischer Gewächse, dazu die schöne Aussicht, welche sich dem Lustwandelnden darbietet, gewähren einen angenehmen Genuß."
Eingerahmt wird der Garten durch mehrere Gebäude, wie das Kavaliershaus, die Orangerie und das ehemalige Marstallgebäude mit der Reitbahn, die in der Zeit von 1695 bis 1710 errichtet wurden. Herzog Johann Ernst von Sachsen-Saalfeld übernahm ab 1680 bis zu seinem Tod 1745 die Residenz in Saalfeld. Er war der Begründer des Herzogtums Sachsen-Saalfeld und gilt als der Stammvater der Königshäuser von Belgien, Bulgarien, Großbritannien und Portugal. In der Landesteilung von 1826 kam das Schloss mit seinem an das Herzogtum Sachsen-Meiningen und verblieb unter dessen Landeshoheit bis 1918.In den Jahren 1963/64 wurde der Schlosspark zu einem Kulturpark umgestaltet. Unter starker Beteiligung (mit ca. 45.000 Arbeitsstunden) erfolgten die Anlage des Teiches, die Errichtung der Volieren und eines Wildgeheges. Sehenswert ist auch die barocke Schlosskapelle im ehemaligen Saalfelder Residenzschloss. Sie gehört mit ihrer reichen plastischen und malerischen Ausstattung zu den reifsten Leistungen des protestantischen barocken Kirchenbaus in Thüringen. Das großartige Deckengemälde stammt, ebenso wie die Fresken an den Wänden, von Carlo Ludovico Castelli. Die Schlosskapelle wird heute für Konzerte und als repräsentativer Veranstaltungsraum genutzt. Heute ist das Saalfelder Schloss Sitz der Verwaltung des Landkreises Saalfeld - Rudolstadt.
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