Das Obere Tor

Oberes Tor. Mittelalterlicher Torturm. Südlicher Zugang zur Stadt im Verlauf der Handelsstraße Nürnberg-Leipzig. 1727 abgebrannt und 1739 mit barockem Turmhelm versehen.

Der mittelalterliche Torturm "Oberes Tor" im südlichen Abschnitt der Stadtmauer (1429 erstmals urkundlich erwähnt) bildete zugleich den südlichen Zugang zur Stadt im Verlauf der Handelsstraße Nürnberg - Leipzig. Er wurde beim Stadtbrand im Jahr 1727 stark beschädigt, jedoch in Anbetracht seiner Wichtigkeit für die Sicherheit der Stadt bald darauf wieder aufgebaut. Damals erhielt der Torturm eine elegante barocke, mehrfach gegliederte Dachkonstruktion mit einem achteckigem Turmhelm, Zwiebelkuppe, Laterne, Helmspitze und großen Fenstern. Außen am Tor erkennt man die Führungssteine für das Fallgitter, das bei Bedarf die enge gotische Spitzbogendurchfahrt verschloss. An den barocken Umbau erinnert auch die Kopie eines Wappensteins mit dem Saalfelder Stadtwappen (zwei Saalfische) und der Jahreszahl 1738. Das Original befindet sich heute im Saalfelder Stadtmuseum. Die bauliche Veränderung des Oberen und des Blankenburger Tores im 18. Jahrhundert war für den Saalfelder Stadtrat eine willkommene Markierung des Stadtbildes. Der Saalfelder Chronist Christian Wagner berichtet darüber: "Da nun die alte Reichsstraße von Nürnberg nach Leipzig durch Saalfeld ging und der Stadt viel Nahrung brachte, so beschloß man ihren Zug durch die Stadt mit zwei Ehrensäulen zu bezeichnen und auf dem massiven Unterbau sowohl des oberen Thor- als auch des Blankenburger Thorthurmes bauchige Aufsätze aus Holz mit Schiefer gedeckt und kleinen Thürmchen versehen zu errichten."
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